Fachkräftemangel in der Logistik: Neues Buch von Andreas Rinnhofer zeigt, wie Speditionen mit stabilen Strukturen gegensteuern

Fachkräftemangel und Fluktuation lassen sich in der Logistik nicht wegverhandeln. Abfangen lassen sie sich nur mit einer Unternehmensstruktur, die stabil und effizient ist. Wie Speditionen diese Struktur aufbauen, zeigt Andreas Rinnhofer in seinem neuen Buch „Die 21 systematischen Hebel erfolgreicher Speditionen“. Das Arbeitsbuch ist im Oktober 2026 im Innova Logistik-Verlag GmbH erschienen. Es basiert auf der Arbeit mit über 1.100 Betrieben in Deutschland und Österreich.

Fachkräftemangel in der Logistik: Die Lücke bleibt

Der Fachkräftemangel in der Logistik ist kein vorübergehendes Phänomen. Die Bundesagentur für Arbeit führt Berufskraftfahrer im Güterverkehr in ihrer Fachkräfteengpassanalyse als Engpassberuf; gemeldete Stellen bleiben im Median 80 Tage oder länger unbesetzt. Der Weltverband des Straßentransports IRU beziffert die Lücke europaweit auf rund 502.000 unbesetzte Fahrerstellen (Bericht vom Juni 2026).

Für Speditionen bedeutet das: Jede Kündigung reißt eine Lücke, die sich nicht schnell schließen lässt. Viele Betriebe reagieren mit Überstunden, kurzfristig eingekaufter Subunternehmerleistung und Umplanung in der Disposition. Das hält den Betrieb am Laufen, verursacht aber Mehrkosten, erhöht das Fehlerrisiko und bindet Führungszeit.

Fluktuation kostet mehr als eine Stellenanzeige

Der Fachkräftemangel verschärft ein zweites Problem: die Fluktuation. Wo der Markt kaum Ersatz bietet, wird jede Kündigung teuer. Rinnhofer zeigt im Buch, dass Fluktuation in der Spedition kein reines Personalthema ist, sondern ein betriebswirtschaftliches. Ein Lkw erwirtschaftet nur dann Deckungsbeitrag, wenn er stabil mit Fahrer und Prozess besetzt ist. Jeder Tag ohne Besetzung kostet Ergebnis.

Die Konsequenz ist klar: Wer Fachkräftemangel und Fluktuation nur mit mehr Anzeigenbudget beantwortet, bekämpft Symptome. Wirksam wird erst eine Struktur, die Vakanzen verkürzt.

Stabile Strukturen als Antwort auf den Fachkräftemangel

Genau diese Struktur beschreibt das Buch. Rinnhofer gliedert sie in 21 Hebel. Jeder Hebel benennt eine konkrete Stellgröße im Betrieb, erklärt ihre wirtschaftliche Wirkung und zeigt, wie Verantwortliche sie messen und steuern. Die Hebel lassen sich einzeln umsetzen, entfalten ihre volle Wirkung aber im Zusammenspiel.

Im Kern geht es um Prozesse, die nicht von Einzelpersonen abhängen: klare Zuständigkeiten, messbare Kennzahlen, feste Entscheidungsrhythmen und Abläufe, die auch dann tragen, wenn Schlüsselpersonen ausfallen. Rinnhofer bezeichnet diesen Ansatz als Systemführung. Seine zentrale These: Stabilität kommt vor Wachstum. Wer ohne tragfähige Struktur wächst, vergrößert nicht nur das Volumen, sondern auch die Risiken.

Aus der Praxis für die Praxis

Andreas Rinnhofer verdichtet in dem Arbeitsbuch Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit über 1.100 Speditionen und Logistikbetrieben. Der Fokus liegt auf mittelständischen Unternehmen, in denen Geschäftsführung, Disposition und Personalverantwortung oft in wenigen Händen liegen und jede Stunde Führungszeit zählt.

Den Anspruch des Buchs beschreibt Rinnhofer als „Klartext für Geschäftsführer und Führungskräfte, die führen wollen – statt täglich zu retten“. Diesem Anspruch folgt auch die Sprache. Das Buch verzichtet auf theoretische Modelle und arbeitet mit Rechenbeispielen, Kennzahlen und Situationen aus dem Speditionsalltag. Leser sollen nach jedem Kapitel wissen, welche Zahlen sie erheben, welche Zuständigkeit sie klären und welche Entscheidung sie treffen müssen.

Für wen sich das Buch eignet

Das Buch richtet sich an Inhaber, Geschäftsführer und Führungskräfte in Speditionen, Transport- und Logistikunternehmen, die den Fachkräftemangel nicht länger mit kurzfristigen Notlösungen auffangen wollen. Es eignet sich ebenso für Verantwortliche aus Disposition, Personal und Qualitätsmanagement.

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