Beim Betrieb eines Seitenkanalverdichters entstehen Geräusche auf unterschiedlichen Übertragungswegen. Ein Teil breitet sich als Luftschall über die Umgebungsluft aus. Schallabsorbierende Innenauskleidungen und die geschlossene Konstruktion einer Schallschutzkabine können diese Ausbreitung verringern.
Daneben können mechanische Schwingungen über die Maschinenfüße, die Grundplatte, das Fundament und angeschlossene Rohrleitungen in die Umgebung übertragen werden. Diese Form der Übertragung wird als Körperschall bezeichnet. Bauteile des Gebäudes oder der Anlage können durch die eingeleiteten Schwingungen zusätzlich angeregt werden und selbst Geräusche abstrahlen.
Eine Schallschutzkabine allein verhindert diese Übertragung nicht vollständig. Für eine wirksame Gesamtlösung müssen Luftschall und Körperschall getrennt betrachtet und die jeweiligen Übertragungswege berücksichtigt werden.
Elastische Lagerung des Seitenkanalverdichters
Elastische Lagerelemente zwischen dem Seitenkanalverdichter beziehungsweise seiner Grundplatte und der tragenden Konstruktion können die Weiterleitung mechanischer Schwingungen verringern. Die Lagerung muss zum Gewicht, zur Drehzahl, zur Lastverteilung und zur vorgesehenen Aufstellung des Verdichters passen.
Zu weiche, zu harte oder ungleichmäßig belastete Elemente können die gewünschte Entkopplung beeinträchtigen. Auch eine verspannte Montage oder ein unebener Untergrund kann dazu führen, dass sich die Schwingungen weiterhin auf die Kabine oder das Fundament übertragen.
Die Befestigungspunkte müssen daher gleichmäßig belastet und entsprechend den technischen Vorgaben montiert werden. Die tragende Fläche sollte eben, ausreichend steif und für das Gesamtgewicht von Seitenkanalverdichter und Schallschutzkabine ausgelegt sein.
Flexible Anschlüsse vermeiden starre Übertragungswege
Rohrleitungen können mechanische Schwingungen über größere Entfernungen weiterleiten. Werden Saug- oder Druckleitung starr mit dem Seitenkanalverdichter verbunden, entsteht möglicherweise eine Schwingungsbrücke zwischen Maschine und Anlage.
Geeignete flexible Verbindungselemente können diese Übertragung verringern. Sie müssen für den erforderlichen Volumenstrom, den anliegenden Über- oder Unterdruck, die Temperatur und das geförderte Medium geeignet sein.
Flexible Anschlüsse ersetzen keine fachgerechte Befestigung der Rohrleitungen. Die Leitungen müssen separat abgestützt werden, damit ihr Gewicht und mögliche Leitungskräfte nicht auf den Verdichteranschlüssen lasten. Auch eine starke Vorspannung oder fehlerhafte Ausrichtung der Verbindungselemente ist zu vermeiden.
Weitere mögliche Schwingungsbrücken beachten
Nicht nur Rohrleitungen können Schwingungen aus der Kabine übertragen. Auch starre Kabelkanäle, elektrische Anschlüsse, Befestigungsschienen oder nachträglich eingebaute Bauteile können unbeabsichtigte Übertragungswege schaffen.
Bei der Planung und Montage sollte deshalb geprüft werden, ob zusätzliche Bauteile die elastische Trennung überbrücken. Veränderungen an der Kabine dürfen außerdem die vorgesehene Konstruktion, die Belüftung oder den Wartungszugang nicht beeinträchtigen.
Nachträgliche Bohrungen, Ausschnitte oder nicht abgestimmte Einbauten können sowohl die Geräuschminderung als auch die Betriebssicherheit beeinflussen. Umbauten müssen daher vor ihrer Ausführung technisch geprüft werden.
Belüftung und Wärmeabfuhr müssen erhalten bleiben
Seitenkanalverdichter geben während des Betriebs Wärme an ihre Umgebung ab. Die in der Schallschutzkabine vorgesehenen Zu- und Abluftöffnungen sowie vorhandene Axialventilatoren müssen deshalb frei bleiben.
Schallabsorbierende Materialien, Leitungen oder zusätzliche Bauteile dürfen die Kühlluftführung nicht blockieren. Eine unzureichende Wärmeabfuhr kann die Temperatur innerhalb der Kabine erhöhen und den zulässigen Betrieb des Seitenkanalverdichters beeinträchtigen.
Die Schwingungsentkopplung darf somit nicht isoliert geplant werden. Sie muss mit der Luftführung, den Anschlussleitungen, den Wartungsflächen und den thermischen Anforderungen der Gesamtanlage abgestimmt werden.
Gesamtsystem statt Einzelmaßnahme betrachten
Die erreichbare Geräuschminderung ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen. Die Kabinenkonstruktion und ihre Innenauskleidung beeinflussen den Luftschall. Elastische Lagerungen und flexible Anschlüsse verringern geeignete Übertragungswege für mechanische Schwingungen.
Wie stark sich die Geräusch- und Schwingungsbelastung tatsächlich reduziert, hängt von der konkreten Anlage, dem Untergrund, den Leitungsanschlüssen und den Umgebungsbedingungen ab. Pauschale Angaben für jede Einbausituation sind deshalb nicht möglich.
SKVTechnik unterstützt Anlagenbauer und Betreiber bei der Vorauswahl geeigneter Schallschutzkabinen für Seitenkanalverdichter. Grundlage sind das eingesetzte Verdichtermodell, die Aufstellung, die Anschlussführung, die erforderliche Belüftung und die Bedingungen am vorgesehenen Einsatzort.
Bei FPZ-Seitenkanalverdichtern gelten ausschließlich die vom Hersteller vorgesehenen Zuordnungen zwischen Verdichter und Schallschutzkabine. Die endgültige Prüfung der Aufstellung und der Schwingungsentkopplung erfolgt anhand der konkreten Anlage.
Weiterführende Informationen:
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