Wechselobjektive halten sich besser als die Gehäuse, für die sie gebaut werden
Bei den Objektiven fällt der Rückgang schwächer aus als bei den Kameras. Nach Angaben des Verbands lieferten die Hersteller im ersten Halbjahr 2026 weltweit 4.873.884 Wechselobjektive aus und erreichten damit 99,4 Prozent des Vorjahreszeitraums. Der Warenwert dieser Objektive stieg zugleich um vier Prozent. Kameras mit Wechselobjektiv kamen im selben Zeitraum auf 3.130.651 Stück und damit auf 95,4 Prozent.
Ein Markt, in dem Objektive stabiler laufen als Gehäuse, verschiebt die Anschaffung von der Kamera zur Optik. Welche Kennwerte dabei zählen, ordnet der Ratgeber zum lichtstarken Objektiv für schwache Lichtverhältnisse ein, von der Blendenöffnung bis zur Bildstabilisierung.
Spiegelreflexkameras verlieren mehr als ein Viertel ihrer Stückzahl
Innerhalb der Systemkameras trennen sich die beiden Bauarten weiter. Spiegelreflexkameras kamen der Statistik zufolge im ersten Halbjahr 2026 auf 256.988 ausgelieferte Stück und damit auf 72,8 Prozent des Vorjahreszeitraums. Spiegellose Modelle erreichten 2.873.663 Stück und 98,1 Prozent. Der Warenwert der spiegellosen Kameras legte dabei um 6,2 Prozent zu.
„Sinkende Stückzahlen bei steigendem Warenwert heißen nicht, dass weniger fotografiert wird. Sie heißen, dass seltener und dafür teurer gekauft wird – für Ratgeber verschiebt das die Frage vom Modellvergleich zur Nutzungsdauer“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Der europäische Markt folgt dem weltweiten Muster nur zum Teil
Nach Europa gingen im ersten Halbjahr 2026 laut der Verbandsstatistik insgesamt 967.061 Digitalkameras, das sind 97,8 Prozent des Vorjahreszeitraums. Kameras mit fest eingebautem Objektiv legten hier stärker zu als weltweit und erreichten 270.357 Stück oder 122,5 Prozent. Wechselobjektive kamen in Europa auf 1.134.936 Stück und 94,7 Prozent und lagen damit unter dem weltweiten Wert.
Was die Halbjahreszahlen im Einzelnen ausweisen
Die Zahlen des Verbands beziehen sich auf die Auslieferungen seiner Mitgliedsunternehmen von Januar bis Juni 2026, jeweils im Vergleich zum Vorjahreszeitraum:
- Digitalkameras insgesamt: 4.356.628 Stück, 100,5 Prozent.
- Kameras mit fest eingebautem Objektiv: 1.225.977 Stück, 116,2 Prozent.
- Kameras mit Wechselobjektiv: 3.130.651 Stück, 95,4 Prozent.
- Spiegelreflexkameras: 256.988 Stück, 72,8 Prozent.
- Wechselobjektive: 4.873.884 Stück, 99,4 Prozent.
Eine Einschränkung nennt der Verband selbst: Seit Januar 2026 fließt ein weiteres Unternehmen in die Kamerastatistik ein, weshalb die Vorjahresvergleiche diese erweiterte Erhebungsbasis enthalten. Für die Richtung der Bewegung im Fotomarkt bleibt der Befund des ersten Halbjahres 2026 dennoch eindeutig: Kompaktkameras gewinnen, Gehäuse mit Wechselobjektiv verlieren Stückzahl, und der Wert je ausgelieferter Einheit steigt.
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