Multiroom-Audio: Sonos steigert den Umsatz im dritten Geschäftsquartal 2026 um 9 Prozent auf 375 Millionen US-Dollar, in Europa um 17 Prozent

Multiroom-Audio, also die Beschallung mehrerer Räume aus einem vernetzten System, verkauft sich wieder besser. Der Hersteller Sonos aus Santa Barbara hat am 29. Juli 2026 seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vorgelegt, das am 27. Juni 2026 endete. Laut diesem Bericht stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,8 Prozent auf 375,3 Millionen US-Dollar, nach einem Zuwachs von nur 2 Prozent im ersten Geschäftshalbjahr. In der Region Europa, Naher Osten und Afrika legte der Umsatz um 17,4 Prozent auf 114,2 Millionen US-Dollar zu – das zweitschnellste Wachstum aller Regionen. Wer mehrere Räume mit einem System beschallen will, steht vor Fragen zu Verkabelung, Funk und Lautsprecherzahl – die Grundlagen für Surround-Systeme in mehreren Räumen fasst ein Beitrag zusammen.

Woran sich die Trendwende bei Sonos im Sommer 2026 festmacht

Das Unternehmen wächst zum ersten Mal seit längerem bei Umsatz, Marge und Ergebnis zugleich. Nach Angaben von Sonos stieg das Betriebsergebnis im dritten Quartal 2026 auf 31,5 Millionen US-Dollar, nach einem Verlust von 2,9 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn lag bei 29,9 Millionen US-Dollar gegenüber einem Verlust von 3,4 Millionen US-Dollar; darin enthalten sind laut Bericht 23,2 Millionen US-Dollar aus zurückerstatteten Einfuhrzöllen.

Die Stückzahlen stiegen stärker als der Umsatz. Laut dem Quartalsbericht verkaufte Sonos zwischen April und Juni 2026 rund 1,27 Millionen Geräte, nach 1,08 Millionen im Vorjahresquartal – ein Plus von 17 Prozent. Über die ersten neun Monate des Geschäftsjahres wuchs der Umsatz um 4,1 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar.

Vorstandschef Tom Conrad führt die Entwicklung im Bericht auf die Systemstrategie zurück. Das Unternehmen sei in den vergangenen 18 Monaten schlanker geworden und konzentriere sich auf das Kerngeschäft mit vernetzten Geräten, die sich mit jedem weiteren Raum ergänzen. Die Steuerungssoftware läuft nach Angaben von Sonos inzwischen zuverlässiger als in früheren Jahren.

Wie sich das Geschäft in Europa gegenüber Amerika und Asien entwickelt hat

Europa liefert das stärkste absolute Wachstum außerhalb des Heimatmarkts. Laut Sonos stieg der Umsatz in der Region Europa, Naher Osten und Afrika im dritten Quartal 2026 um 17,4 Prozent, währungsbereinigt um 14,3 Prozent. Nordamerika und Südamerika wuchsen um 3,8 Prozent auf 238,4 Millionen US-Dollar, der asiatisch-pazifische Raum um 27,2 Prozent auf 22,7 Millionen US-Dollar.

Über neun Monate fällt der Abstand kleiner aus. Nach Angaben des Herstellers legte die Region Europa, Naher Osten und Afrika zwischen Oktober 2025 und Juni 2026 um 6,4 Prozent auf 386,8 Millionen US-Dollar zu. Währungsbereinigt blieb der Umsatz mit minus 0,3 Prozent nahezu unverändert. Ein Teil des europäischen Zuwachses geht damit auf den schwächeren Dollar zurück.

Sonos beziffert seine Basis auf mehr als 17 Millionen Haushalte in über 60 Ländern. Jeder dieser Haushalte ist ein möglicher Käufer eines weiteren Geräts – ein Umstand, der die Stückzahlen im Quartal stärker steigen lässt als die Zahl neuer Kunden.

Welche Produktgruppen den Zuwachs bei Multiroom-Audio im dritten Quartal tragen

Der Hersteller gliedert seinen Umsatz in drei Gruppen, die sich im Quartal unterschiedlich entwickelten. Zur ersten Gruppe zählt Sonos alle Lautsprecher: Standgeräte, tragbare Modelle, Soundbars samt Subwoofern für den Fernseher und Kopfhörer. Die zweite Gruppe umfasst Komponenten wie Verstärker und Zuspieler, mit denen sich vorhandene Anlagen und kabelgebundene Lautsprecher in das vernetzte System einbinden lassen.

Drei Produktgruppen weist der Quartalsbericht vom 29. Juli 2026 für die Monate April bis Juni aus, jeweils im Vergleich zum Vorjahresquartal:

  • Lautsprecher, Soundbars und Kopfhörer: 285,3 Millionen US-Dollar, plus 12,5 Prozent, 76,0 Prozent des Umsatzes.
  • Systemkomponenten wie Verstärker und Zuspieler: 69,3 Millionen US-Dollar, minus 5,4 Prozent, 18,5 Prozent des Umsatzes.
  • Partnerprodukte und sonstige Erlöse: 20,7 Millionen US-Dollar, plus 15,4 Prozent, 5,5 Prozent des Umsatzes.

Den Zuwachs bei den Lautsprechern führt Sonos auf drei Modelle zurück. Laut dem Bericht trugen die Modelle Era 100 SL (Markteinführung März 2026), Play und die Soundbar Beam das Wachstum. Gebremst hat der Vergleich mit der Soundbar Arc Ultra, die im Vorjahresquartal neu auf den Markt gekommen war, sowie der erwartete Rückgang beim älteren Era 100.

Was der Rückgang bei den Komponenten für bestehende Anlagen bedeutet

Die Komponenten sind das Bindeglied zu älteren Anlagen. Über einen Verstärker oder einen Zuspieler lassen sich Stereoanlagen, Deckenlautsprecher und kabelgebundene Boxen in ein Streaming-System einbinden. Genau dieses Segment gab laut Sonos im dritten Quartal 2026 um 5,4 Prozent nach; über neun Monate lag es mit plus 1,5 Prozent knapp im Plus.

Ein neues Gerät soll das Segment stützen. Nach Angaben des Herstellers wurde im Januar 2026 der Verstärker Amp Multi angekündigt, im März 2026 folgten zwei weitere Lautsprecher. Zugleich nennt Sonos höhere Kosten für Speicherbausteine und Einfuhrzölle als Belastung im abgelaufenen Quartal und rechnet damit, dass die Nachfrage nach Speicherchips die Kosten weiter beeinflusst.

Für Besitzer einer bestehenden Surround-Anlage stellt sich die Frage, welche Teile sich weiterverwenden lassen und wo ein Zuspieler genügt. Welche Bausteine zu einer Anlage gehören und wie sie zusammenspielen, erklärt ein Beitrag über die Bausteine einer Surround-Anlage von der Quelle bis zum Subwoofer.

Wann Sonos die Zahlen für das Gesamtjahr 2026 vorlegt

Das Geschäftsjahr des Herstellers endet am 3. Oktober 2026. Die Zahlen für das Gesamtjahr 2025 hatte Sonos am 5. November 2025 veröffentlicht; nach diesem Rhythmus ist der Jahresabschluss 2026 im November 2026 zu erwarten. Bis dahin gilt der Stand vom 29. Juli 2026 mit einem Quartalsumsatz von 375,3 Millionen US-Dollar.

Für den Herbst 2026 zeichnet der Bericht ein klares Bild: Lautsprecher und Soundbars wachsen zweistellig, Komponenten für Altanlagen verlieren, und die Stückzahlen steigen doppelt so schnell wie der Umsatz.

„Ein Lautsprecher allein ist ein Kauf, ein zweiter im Nebenzimmer ist ein System. Wenn die Stückzahlen doppelt so schnell wachsen wie der Umsatz, entsteht das Geschäft bei der Ergänzung und nicht beim Erstkauf. Genau dort entscheidet sich, ob eine Anlage offen für andere Zuspieler bleibt oder an einen Hersteller bindet“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

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