Zwei Größen, ein hartnäckiges Missverständnis
Der Puls zählt, wie oft das Herz in einer Minute schlägt. Der Blutdruck misst, mit welchem Druck das Blut dabei auf die Arterienwand trifft. Beide Werte können unabhängig voneinander steigen oder fallen: Ein Puls von 68 sagt nichts darüber aus, ob der Blutdruck bei 118 zu 78 oder bei 165 zu 75 liegt.
„Ein ruhiger Puls wird oft als Entwarnung gelesen. Das ist er nicht", sagt Peng Lu, Geschäftsführer von BPER. „Wer wissen will, wie es um den Blutdruck steht, muss den Blutdruck ansehen – und zwar beide Werte und ihren Abstand."
Die dritte Zahl: der Pulsdruck
Der Pulsdruck ist der obere minus der untere Wert. 118 zu 78 ergibt 40 mmHg, 160 zu 80 ergibt 80 mmHg. Üblich sind etwa 40 bis 50 mmHg.
Dieser Abstand bildet zwei Dinge ab: das Schlagvolumen des Herzens und die Elastizität der Gefäße. Junge, elastische Gefäße federn die Druckspitze ab. Versteift die Arterienwand mit den Jahren, wird die Spitze voll weitergegeben – der obere Wert steigt, der untere bleibt stehen oder fällt. Deshalb liest man im höheren Alter eher 165 zu 75 als 165 zu 105.
Ab wann der Abstand auffällig ist
Ein dauerhafter Pulsdruck über 60 mmHg gilt jenseits der 60 Jahre als Hinweis auf zunehmende Gefäßsteifigkeit und sollte ärztlich eingeordnet werden. Umgekehrt kann ein dauerhaft sehr kleiner Abstand unter 25 bis 30 mmHg auf ein vermindertes Schlagvolumen hindeuten.
Wichtig ist die Einordnung: Es handelt sich um statistische Zusammenhänge auf Bevölkerungsebene, nicht um eine Diagnose. Gefäßsteifigkeit, ein Klappenbefund oder eine Herzschwäche lassen sich damit weder belegen noch ausschließen – dafür braucht es Bildgebung, EKG und Labor. Die vollständige Einordnung steht im Ratgeber-Artikel Pulsdruck: Was der Abstand Ihrer Blutdruckwerte verrät.
Warum eine einzelne Messung nicht reicht
Blutdruck schwankt über den Tag, dazu kommt die Messungenauigkeit des Geräts. Aus einer einzelnen Differenz lässt sich deshalb nichts ableiten. Sinnvoll ist die übliche Sieben-Tage-Routine: morgens und abends messen, jeweils nach fünf Minuten Ruhe, den ersten Tag streichen. Danach werden oberer und unterer Wert getrennt gemittelt – und erst aus diesen Mittelwerten die Differenz gebildet. Wie Puls und Blutdruck zusammenhängen, erklärt BPER ausführlich unter Puls und Blutdruck.
60 Sekunden statt Momentaufnahme
Der BPER Blutdruck-Ereignisrekorder misst manschettenbasiert, dabei aber nicht einen einzelnen Wert, sondern kontinuierlich über 60 Sekunden. Aus bis zu 14.400 Datenpunkten je Messung entsteht eine Blutdruckkurve. Systole, Diastole, Pulsdruck, Herzfrequenz und Herzratenvariabilität werden in einem Durchgang erfasst, ebenso Rhythmusauffälligkeiten wie Vorhofflimmern, Tachykardie und Bradykardie. Die Auswertung läuft in einer kostenfreien App für iOS und Android; Berichte lassen sich als Datei an die behandelnde Praxis weitergeben.
Das CE-zertifizierte Medizinprodukt der Klasse IIa ist ausdrücklich als Ereignisrekorder konzipiert – für gezielte Aufzeichnungen bei Beschwerden oder während einer Therapieumstellung. Es ersetzt keine ärztliche Diagnose.
Verfügbarkeit
Der BPER Blutdruck-Ereignisrekorder ist über bper.health erhältlich, im Standard-Paket sowie im Premium-Paket mit dauerhaftem App-Zugang. Der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenfrei, es gilt ein 30-tägiges Rückgaberecht.
Hinweis: Wiederholt mit Manschette gemessene Werte ab 135 zu 85 mmHg sollten ärztlich abgeklärt werden, ebenso ein dauerhafter Pulsdruck über 60 oder unter 30 mmHg. Bei plötzlichem heftigem Kopfschmerz, Brustschmerz, Atemnot, Sprach- oder Sehstörungen oder einseitigen Lähmungen gilt: sofort den Notruf 112 wählen. Bestehende Medikation sollte niemals eigenmächtig auf Basis von Heimmessungen verändert werden.
Grundlage der Einordnung sind Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga, der Deutschen Herzstiftung und die 2023 ESH Guidelines der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie.
Die Brandsstock GmbH mit Sitz in Hamburg entwickelt und vertreibt unter der Marke BPER Medizintechnik für die häusliche Blutdruckbeobachtung. Kernprodukt ist der BPER Blutdruck-Ereignisrekorder, ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse IIa, das den Blutdruck manschettenbasiert über 60 Sekunden kontinuierlich aufzeichnet und neben den Druckwerten auch Herzrhythmus-Auffälligkeiten erfasst. Das Messverfahren wurde in Deutschland entwickelt. Ergänzend betreibt BPER unter bper.health einen redaktionellen Ratgeber zu Blutdruck, Messmethodik und Herz-Kreislauf-Gesundheit.
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