„Für eine duale Ausbildung ist es nie zu spät“

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres in Baden-Württemberg am 1. September gibt es immer noch viele Chancen, mit einer dualen Ausbildung die berufliche Karriere in der Region Heilbronn-Franken zu starten.

„Es ist nie zu spät, sich einen Ausbildungsplatz zu sichern. Wer flexibel ist, hat in der Region auch jetzt noch jede Menge Chancen“, sagt die Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken, Elke Döring, und ergänzt: „Trotz Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise: Bei den Unternehmen in der Region steht die duale Ausbildung nach wie vor hoch im Kurs.“

Zwar ist die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverträge auch in Heilbronn-Franken rückläufig, aber der Rückgang fällt nach vorläufigen Angaben in der Region mit einem Minus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich geringer aus, als es sich in Bund und Land abzeichnet.

„Hinzu kommt: Der Ausbildungsmarkt ist sehr dynamisch. Täglich gehen bei uns neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse ein. Neue Verträge können auch nach dem 1. September eingetragen werden. Es ist also noch alles möglich“, betont Elke Döring.

Dass die duale Ausbildung in der Region weniger stark unter Druck gerät, hängt für die IHK-Hauptgeschäftsführerin mit dem Engagement der Unternehmen zusammen, für die die beste Fachkräftesicherung immer noch die Ausbildung im eigenen Betrieb ist: „Aber auch mit dem gemeinsamen Engagement von uns – der IHK – und unseren Partnern, den Berufsschulen.“

„Die IHK hat sich 2026 so umfassend wie noch nie zuvor für die duale Ausbildung stark gemacht. Wir beraten Betriebe auch in den Schulferien, gehen in den Unterricht, bieten Berufsorientierungstrainings und Mutmacher-Seminare an und wirken an Elternwerkstätten mit. Unsere Ausbildungsbotschafter sind in der Region unterwegs, um ihre ganz persönlichen Erfahrungen an junge Menschen weiterzugeben. Auf unseren Social-Media-Kanälen stellen Azubis ihren Ausbildungsberuf vor. Das zahlt sich aus“, so Elke Döring.

Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, wird schnell feststellen: Die Inhalte der dualen Ausbildung werden moderner und vor allem digitaler. Bei insgesamt 22 dualen Ausbildungsberufen werden Inhalte, Prüfungen oder Berufsbezeichnungen an die veränderten Anforderungen der Arbeitswelt angepasst. In der Bauwirtschaft sind zum neuen Ausbildungsjahr 19 Ausbildungsberufe modernisiert worden.

Aber auch in der Region müssen Betriebe, die ausbilden, ihr Angebot den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der anhaltenden Rezession anpassen.  Ein weiteres Problem: „Wer ausbildet, findet nicht immer ausreichend qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber“, hebt Elke Döring hervor. Bundesweit konnte im vergangenen Jahr laut einer DIHK-Ergebung rund jeder zweite Betrieb nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Der Anteil der Betriebe mit Besetzungsproblemen ist seit 2015 von 31 auf 49 Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind Industrie, Transport und Logistik, das Baugewerbe und der Handel. Elke Döring: „Die Unternehmen berichten uns von Mängeln beim Arbeits- und Sozialverhalten, aber auch von Defiziten bei Mathe, wirtschaftlichem Grundwissen oder Deutsch.“

Um heute dem Fachkräftemangel von morgen entgegenzuwirken, sind nach Ansicht der IHK auch Schulen, Politik und Eltern gefordert. „Junge Menschen stehen einer Ausbildung sehr offen gegenüber. Drei von vier Jugendlichen können sich gut vorstellen, eine Ausbildung zu machen. Doch sie müssen vorbereitet sein. Dazu brauchen wir Schulabgängerinnen und -abgänger, die sowohl solides Grundwissen als auch Motivation und Lust auf Praxis mitbringen. Ganz wichtig sind außerdem wohnortnahe und attraktiv ausgestatte Berufsschulen sowie finanzielle Unterstützung bei Mobilität oder Wohnungssuche“, fordert Elke Döring.

Info Eine Übersicht über verfügbare Ausbildungsplätze in der Region gibt es auf der bundesweiten Plattform www.meine-ausbildung-in-deutschland.de.
Dort sind aktuell 120.000 Ausbildungsplätze gelistet. Die IHK Heilbronn-Franken ist am 16. September beim „Markt der Möglichkeiten“ von 13 bis 17 Uhr in der Agentur für Arbeit Heilbronn mit dabei. Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ werden sowohl Last-Minute-Plätze als auch Einstiegsqualifikationen (EQ-Stellen) angeboten.

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