Halle 1, Stand 1B51
An Lager für Lang- und Flachgut gelten heute höhere Anforderungen als früher. Mit neuer Technik, moderner Steuerung, optimierter Software und intelligenten Prozessen lassen sich bestehende Anlagen nachhaltig und wirtschaftlich modernisieren – ohne die Kosten und Risiken eines Neubaus.
Wie in vielen Wirtschaftsbereichen sorgen die Digitalisierung und der Fachkräftemangel auch im Metallhandel und in metallverarbeitenden Betrieben für massive Umwälzungen. Hinzu kommen steigender Kostendruck und immer kürzere Lieferzeiten. Viele bestehende Lageranlagen, die noch stark auf körperliche Arbeit und wenig digitale Steuerung setzen, können diesen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Gerade für die Lagerung und Bearbeitung von Lang- und Flachgut, wie Stangen, Blechen oder speziell geformten Profilen, bietet der Retrofit eine wirtschaftliche und schnelle Alternative zum Neubau .
Retrofit: Die Grundsubstanz bleibt, die Technik wird modernisiert
Die Grundstruktur von Lagern für Lang- und Flachgut – die Stahlkonstruktionen der Kassettenlager, Wabenregale und Fördersysteme – ist auf jahrzehntelange Nutzung und höchste Beanspruchung ausgelegt. Anders sieht es beim „Nervensystem“ der Anlage aus: Veraltete SPS-Steuerungen stoßen an ihre Leistungsgrenzen, Ersatzteile für Antriebe sind oft nicht mehr verfügbar, und die alte Lagerverwaltungssoftware kommuniziert nur eingeschränkt mit modernen ERP-Systemen. Dies limitiert nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern erhöht auch das Risiko unvorhergesehener Ausfälle.
Ein Retrofit ermöglicht es, ein bestehendes Lager auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Moderne Steuerungen, optimierte Software und effizientere Antriebe steigern die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit, reduzieren Störungen und verlängern die Nutzungsdauer der Gesamtanlage um oft mindestens 20 Jahre – ein Vorteil, der sich auch in Hinblick auf Abschreibungszeiträume und Investitionskosten auszahlt.
Kostenvorteile gegenüber Neubauten
Ein wesentlicher Vorteil des Retrofits liegt in den eingesparten Baukosten. Das vorhandene Stahlgerüst und das Fundament können in der Regel weiter genutzt werden, wodurch aufwendige Tiefbau- und Stahlbauarbeiten entfallen. Retrofit-Projekte liegen erfahrungsgemäß nur bei 30 bis 50 Prozent der Kosten eines vergleichbaren Neubaus. Gleichzeitig wird das Lager auf ein modernes Sicherheitsniveau gebracht, was auch Versicherungsprämien senken kann.
Effizienzsteigerung und Entlastung der Fachkräfte
Neben den Kosten spart ein Retrofit auch Zeit und Personal. Automatisierte Abläufe reduzieren die körperlich belastenden Tätigkeiten erheblich und erlauben einen effizienteren Personaleinsatz. Durch moderne Lagerverwaltungssoftware lassen sich die Fahrwege der Regalbediengeräte optimieren: Leerfahrten werden minimiert, Doppelspiele maximiert und Materialflüsse effizient gesteuert. Gleichzeitig ermöglicht die Integration in die Peripherie, dass Material direkt aus dem Lager an vollautomatisierte Säge-, Laser- oder CNC-Zentren übergeben werden kann.
Auch die Kapazität kann gesteigert werden. Optimierte Kassettenführungen und modernisierte Lastaufnahmemittel erlauben engere Toleranzen, wodurch mehr Lagerplätze pro Ebene entstehen. In einigen Fällen lassen sich sogar zusätzliche Lagerebenen realisieren, sofern die Hallenhöhe und die Statik dies zulassen. Sofern die Hallenfläche dies ermöglicht, können an bestehende Lagersysteme auch unkompliziert weitere Regalreihen hinzugefügt werden, auf die das vorhandene Regalbediengerät ebenfalls zugreifen kann.
Minimale Ausfallzeiten und flexible Umsetzung
Produktionsstillstand ist teuer. Ein entscheidender Vorteil von Retrofit-Projekten ist, dass selbst umfangreiche Umbauten keine monatelangen Stillstände verursachen. Die Hauptumbauten dauern je nach Größe des Projekts typischerweise 10 bis 12 Tage. Damit kann der Retrofit auch während turnusmäßiger Produktionsstillstände durchgeführt werden.
Darüber hinaus lassen sich Retrofit-Maßnahmen stufenweise umsetzen: Zunächst erhält die Steuerung ein Upgrade, im nächsten Schritt folgen Mechanik, Peripherie oder ERP-Anbindung, je nach verfügbarer Produktionspause.
Nachhaltige Betriebskostenoptimierung
Durch modernisierte Technik und optimierte Prozesse lassen sich Energieverbrauch und Betriebskosten deutlich senken. Neue Antriebe sind effizienter, eine optimierte Fahrlogik reduziert Leerfahrten, und durch Rekuperation über Rückspeiseeinheiten können Energieüberschüsse einzelner Komponenten zurück in das betriebliche Stromnetz eingespeist oder anderen Verbrauchern zugeführt werden. So wird der Retrofit nicht nur effizient, sondern auch nachhaltig.
Fehr Lagerlogistik: Retrofit aus einer Hand
Damit ein Retrofit das volle Potenzial ausschöpfen kann, müssen alle Aspekte des Lagers und der angeschlossenen Prozesse ganzheitlich betrachtet, sorgfältig geplant und koordiniert werden. Die Herausforderung liegt darin, dass bei bestehenden Anlagen wesentliche Rahmenbedingungen bereits feststehen, etwa bestehende Hallenstrukturen, Regalsysteme, die Fördertechnik, Maschinen verschiedener Hersteller sowie digitale Schnittstellen, die alle nahtlos integriert werden müssen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eigene oder Fremdanlagen handelt: Fehr Lagerlogistik modernisiert und automatisiert auch bestehende Systeme anderer Hersteller, sodass Materialfluss, Steuerung und Peripherie optimal zusammenarbeiten. „Bei einem Retrofit gibt es viele technische und organisatorische Schritte, die aufeinander abgestimmt werden müssen, um den Zeitrahmen einzuhalten und Ausfallzeiten möglichst gering zu halten“, erklärt Gerd Jakob von Fehr Lagerlogistik. „Für unsere Kunden ist es deshalb entscheidend, von der ersten Kontaktaufnahme über Planung, Projektierung und Umsetzung bis zur Abnahme einen erfahrenen Ansprechpartner zu haben, damit der Produktionsbetrieb schnellstmöglich wieder aufgenommen werden kann.“
Retrofit in Rekordzeit: Vollautomatisierung in drei Wochen
Ein anschauliches Beispiel dafür liefert das Projekt bei der stürmsfs AG: Innerhalb von nur drei Wochen über die Weihnachtsfeiertage modernisierte Fehr ein bestehendes Langgutlager vollständig, ersetzte das Regalbediengerät, aktualisierte alle Steuerungskomponenten und automatisierte die Beschickung der Sägelinien mithilfe von Robotertechnik, die mehrere Sägen gleichzeitig bedienen kann. Dank präziser Planung konnte die Produktion nahezu ununterbrochen weiterlaufen. Das System verarbeitet heute Stangen mit Durchmessern von 12 bis 110 mm und Gewichten bis 450 kg, nutzt 3.800 Lagerplätze optimal aus und ermöglicht eine durchgehende, automatisierte 24/7-Beschickung bei gleichbleibend hoher Produktqualität. Durch die Integration der vorhandenen Hallenstrukturen, Regalsysteme, Fördertechnik und Maschinen verschiedener Hersteller in das Retrofit wird der Materialfluss effizient und nahtlos gesteuert, während Mitarbeitende lediglich die Aufträge per Software auswählen.
“Dass wir das komplette System innerhalb von nur drei Wochen über die Weihnachtsfeiertage modernisieren und somit den laufenden Betrieb fast durchgehend aufrechterhalten konnten, ist für uns ein beeindruckender Erfolg”, sagt Domingo Messerli, Geschäftsführer bei stürmsfs AG.
Erfahren Sie mehr zu den Intralogistiklösungen von Fehr Lagerlogistik: Besuchen Sie uns am Stand H1/1B51 auf der LogiMAT 2026 vom 24. – 26. März in Stuttgart – oder informieren Sie sich einfach online auf fehr.net
Fehr Lagerlogistik AG
In der Au 5
CH8406 Winterthur
Telefon: +41 (52) 2605656
https://www.fehr.net/
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E-Mail: hanna.eberli@fehr.net
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