Nicht von Pappe

Ohne Verpackungsmaschinen läuft in der modernen Produktion und Logistik gar nichts. Heripack in Meschede gehört zu den Experten auf diesem Gebiet und nutzt bevorzugt die Steuerungen von Yaskawa für seine höchst individuellen Anlagen und Systeme.

In Zeiten des Onlinehandels haben die meisten von uns sie fast täglich in der Hand: Pappkartons, in die die kostbare Fracht verpackt wird, um sie für den Transport zu sichern.

Nahezu jedes Gut, das irgendwo produziert, veredelt oder konfektioniert wird, muss eingepackt werden, bevor es die Reise zum Kunden oder zum nächsten Produktionsschritt antritt. So unterschiedlich wie die Waren sind auch die Kartonagen, die für sie benötigt werden. Während eine Steckdose in eine kleine Schachtel passt, braucht man für Markisen mehrere Meter lange Kartons, die die Ware sicher aufnehmen. Manchmal ist die Verpackung Teil der vollautomatisierten Produktion – manchmal erfolgt das Befüllen der Pappschachteln auch von Hand. In manchen Unternehmen gelangen die Kartonagen über Fließbänder in den Versand – woanders werden sie palettiert, mit Kunststofffolie umwickelt oder mit Bändern aus Stahl oder Kunststoff umreift.


Entsprechend unterschiedlich sind auch die Verpackungsmaschinen, die bei den jeweiligen Unternehmen zum Einsatz kommen müssen. Vor 40 Jahren war der Gründer von Heripack im Vertrieb solcher Maschinen tätig und ihn störte, dass die Standardgeräte und Anlagen, die es damals von der Stange zu kaufen gab, nie so richtig zu den Anwendungen seiner Kunden passten. „Das kann ich besser“ war er sich sicher und begann zunächst in der heimischen Garage mit der Entwicklung eigener Lösungen. Damit nahm die Erfolgsgeschichte der Heripack Verpackungsmaschinen GmbH & Co. KG ihren Lauf.

Heute gilt das Unternehmen in der Branche als erfahrener Problemlöser, der auch komplizierte Verpackungsaufgaben ebenso kompetent wie kreativ löst.  „Die meisten Kunden kommen auf Empfehlung zu uns“, erzählt Michael Beckmann, der für die Elektrokonstruktion der Maschinen mitverantwortlich ist. Das Unternehmen hat das gesamte Know-how im eigenen Hause am Standort Meschede gebündelt und ist hier in der Lage, von der Konstruktion über die Realisierung bis zur Fernwartung alles aus einer Hand anzubieten. „Wir haben hier einen eigenen Schaltschrankbau, machen den Stahlbau selbst und lackieren sogar“, erzählt Michael Beckmann von der hohen Fertigungstiefe, die das Realisieren individueller Kundenwünsche erst möglich macht.

Aus der Garagenwerkstatt von einst ist ein seither ständig expandierender Systemanbieter geworden, dessen Maschinen und Anlagen zwar überwiegend von deutschen Unternehmen in Auftrag gegeben werden – dann aber weltweit zum Einsatz kommen. „Umso wichtiger ist, dass alles einfach zu bedienen ist und reibungslos funktioniert“, erklärt Michael Beckmann. Entsprechend hoch sind die Qualitätsstandards, die bei Heripack nicht nur für die eigene Arbeit, sondern auch für die zugekauften Teile gelten. Im Bereich der Steuerungen setzt Heripack dabei seit vielen Jahren vor allem Lösungen von Yaskawa ein.

Die Steuerungen, die bei Yaskawa in Herzogenaurach entwickelt werden, sind dank ihrer patentierten SPEED7-Technologie besonders leistungsfähig und haben den großen Vorteil, über den S7-Code programmierbar zu sein. „Das ist für uns damals der ausschlaggebende Punkt gewesen, auf diesen Lieferanten zu setzen“, erzählt Michael Beckmann. Schließlich sind die meisten Experten im eigenen Hause, aber auch bei den Kunden von Heripack, mit S7 bestens vertraut und können auf diese Weise Änderungen oder Anpassungen problemlos vornehmen, ohne eine neue Programmiersprache erlernen zu müssen.

Ein zentrales Element, das bei den meisten Heripack-Anlagen zum Einsatz kommt, ist ein Kartonauffalter. Die flachen Kartonagen werden in ein Magazin außen an der Maschine eingelegt, per Druckluft einzeln in das Innere befördert und hier in wenigen Schritten automatisch aufgefaltet, bevor der zum Befüllen bereite und an der Unterseite stabil verklebte Karton vom Band rollt. Für die einzelnen hier ablaufenden Prozessschritte verwendet Michael Beckmann seit einiger Zeit die aktuelle MICRO PLC. „Schon früher haben wir die kompakten 115er Steuerungen von Yaskawa eingesetzt, um Platz im Schaltschrank zu sparen“, erklärt der Elektrofachmann. Mit der neuen MICRO PLC geht das nun noch einfacher, denn die Kleinsteuerung ist nur etwa halb so groß wie andere Fabrikate mit vergleichbaren Funktionen. Als Stand-Alone-SPS konzipiert, bietet sie dank des SPEED7-Chips eine hohe Performance und hat 30 analoge und digitale E/A-Kanäle bereits an Bord. Damit steht sie für maximale Funktionalität auf kleinstem Raum.

„Die mit der MICRO möglichen Taktraten schöpfen wir bei unseren Anwendungen gar nicht aus“, erzählt Michael Beckmann. „Dafür können wir die integrierte Ethernet TCP/IP-Schnittstelle gut gebrauchen und kommen nun auch für größere Anlagen mit Bedienpanel mit einer einzigen Steuerung aus, während wir früher wegen der geringeren Performance zwei Steuerungen einsetzen mussten. So reduzieren wir den Aufwand für Montage und Hardware zusätzlich“, führt Michael Beckmann aus, warum er die Neuentwicklung aus Franken nun bevorzugt einsetzt und sie als zukünftigen Standard für die vielen Kartonaufrichter definiert hat, die in Anlagen von Heripack zu finden sind.

Ebenfalls zeit- und kostensparend: Da alle Yaskawa-Steuerungen mit S7-Code programmierbar sind, kann man Programme, die in der Vergangenheit für andere Steuerungstypen wie die 300er Serie geschrieben wurden, auch bei der MICRO in vollem Umfang nutzen. „Das ist für uns ganz wichtig, damit wir nicht bei jeder Hardwareumstellung im Schaltschrank wieder von vorne anfangen müssen“, erklärt Michael Beckmann. So kann Heripack gewohnt schnell auf Kundenwünsche reagieren und auch preislich wettbewerbsfähig bleiben.

Ebenfalls neu bei der MICRO PLC: Die Verdrahtung kann hier werkzeuglos über Federklemmen erfolgen. Sie sorgen auch bei Vibrationen für sicheren Halt, so dass ein Nachziehen hier nicht nötig ist. Die Anordnung der LEDs folgt ebenfalls einem neuen Konzept: Sie wurden direkt am zugehörigen Steckerkontakt platziert und machen eine eindeutige Zuordnung der Kanalzustände auf den ersten Blick möglich.

„Manchmal müssen wir natürlich auch andere Fabrikate einsetzen, wenn unsere Kunden das vorgeben“, gibt Michael Beckmann zu. „Aber immer dann, wenn wir wählen können, setzen wir auf Yaskawa und das schon seit mehr als zehn Jahren“, ergänzt er. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit ist wichtig, denn bei Heripack ist keine Maschine wie die andere.

„Manchmal gibt es so ausgefallene Wünsche, dass selbst wir als Spezialisten Rücksprache halten müssen, welcher Typ für uns der Passende ist“, erklärt er. In diesen Fällen ruft er Marco Roth, den für seine Region zuständigen Außendienstmitarbeiter, an und bekommt schnell den richtigen Rat.

„Wir können eben auch nicht immer mit Lösungen von der Stange leben und sind froh, mit Yaskawa einen Partner gefunden zu haben, der in Deutschland entwickelt und fertigt und ebenfalls auf Kundenwünsche eingehen kann und will wie wir“, fasst Michael Beckmann die erfolgreiche Partnerschaft der beiden Mittelständler zusammen.

Seit ihrer Einführung bei Heripack im Jahr 2018 hat sich die Steuerungslösung vielfach bewährt. Pro Jahr werden inzwischen rund 30 Maschinen dieses Typs mit MICRO PLCs ausgerüstet.

Über die YASKAWA Europe GmbH

Yaskawa ist mit 480 Mrd. Yen (rund 3,8 Mrd. Euro) Jahresumsatz ein global agierender Technologielieferant im Bereich Robotik, Antriebs- und Steuerungstechnik sowie bei Lösungen im Energiebereich. Gegründet 1915 in Japan, ist Yaskawa seit über 100 Jahren der Philosophie treu, Produkte höchster Qualität zu liefern, und hat sich damit eine weltweite Spitzenposition erarbeitet. Dabei hat sich Yaskawa vom Motorenhersteller zunächst zum Automatisierungsanbieter und schließlich über das Industrie-4.0-Konzept i3-Mechatronics zum Lösungsanbieter weiterentwickelt.

Die Geschäftsaktivitäten von Yaskawa bestehen aus Drives (Frequenzumrichter GA700), Motion Control (Servoantriebe und Servomotoren Sigma-7, Maschinensteuerungen), Robotics (Motoman Industrieroboter, Robotersysteme), System-Engineering (Generatoren und Konverter) sowie Information Technology (Software-basierende Produkte). Seit 2012 umfasst das Yaskawa-Portfolio dabei auch Steuerungstechnik, Visualisierungssysteme und Chip-Lösungen der ehemaligen VIPA GmbH in Herzogenaurach. Im Oktober 2019 wurde die Verschmelzung rechtskräftig abgeschlossen. Die Marke Profichip wird seitdem bei Yaskawa als eigene Produktsparte "Profichip Embedded Solutions" weitergeführt. Darüber hinaus wurde im Oktober 2014 das in den Bereichen Wind-, Schiffs- und Turbo-/Industrieanwendungen tätige Unternehmen The Switch Engineering Ltd. von Yaskawa übernommen.

Damit ist Yaskawa weltweit eines von wenigen Unternehmen, das Komponenten und Lösungen für fast alle Branchen aus einem Haus anbieten kann.

Mit umfangreichen Investitionen in Forschung und Entwicklung hat das Unternehmen eine Vielzahl von Erfindungen, Patenten und Innovationen hervorgebracht. Dieser technologische Anspruch hat die Geschäftsbereiche zu einer bedeutenden Marktposition in verschiedenen Industrien geführt, darunter: Maschinenbau und Anlagenbau (Verpackungsmaschinen, Pumpen/Kompressoren, Textilmaschinen, Digitaldruckmaschinen, Herstellung von Kränen und Hebezeugen, Anlagen für Halbleiter- und Elektronikfertigung, Maschinen zur Gewinnung und Bearbeitung von Holz, Glas, Metall, Steine/Erden) sowie in der Aufzugs-Industrie, im Fahrzeugbau und in der Montage- und Handhabungstechnik. Industrieroboter der Marke Motoman finden zum Beispiel beim roboterbasierten Schweißen, in der Laborautomation, beim Verpacken und Handling sowie beim automatisierten Lackieren Anwendung.

Die Yaskawa Europe GmbH mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt gliedert sich in die Geschäftsbereiche Drives Motion Controls (Automatisierung, Antriebs- und Steuerungstechnik), Robotics (Industrieroboter, Systeme) und Environmental Energy (Umwelttechnik) und betreut die Märkte Europa, Afrika, Mittlerer Osten sowie den Bereich der früheren Sowjetunion.

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